Der 8. Mai muss Feiertag werden – Bekenntnis zu Demokratie, Frieden und Menschenrechten

Eva von Angern, Fraktionsvorsitzende, erklärt zum 8. Mai, Tag der Befreiung:

„Vor 79 Jahren endete die Schreckensherrschaft des Nationalsozialismus. Mit dem Sieg der Alliierten über das Deutsche Reich endete der II. Weltkrieg, – und damit ein beispielloser Vernichtungszug. Das Mordprogramm gegen die europäischen Jüdinnen und Juden wurde endlich gestoppt. Am 8. Mai endete das Sterben an der Kriegsfront, vorerst in Europa, im Herbst dann auch in Asien. Es endeten die Besatzung und das Morden in den Vernichtungslagern und in den psychiatrischen Anstalten. Es endete die Verfolgung und Ermordung der Gegnerinnen und Gegner der Nazis.

Der 8. Mai ist ein Tag der Mahnung, der Dankbarkeit und des ehrenden Gedenkens. Wir erinnern an die Opfer nationalsozialistischer Verfolgung, an die alliierten Befreier und Befreierinnen und an diejenigen im Widerstand, an die Mutigen, die Verfolgte schützten und den Krieg sabotierten. Wir denken an die heute Bedrängten, an all jene, die Auswege aus heutigen Kriegen und militärischen Konflikten suchen. Wir hoffen insbesondere auf ein Ende des Krieges in der Ukraine, in Israel und in Gaza, wir hoffen auf die Befreiung der von der Hamas verschleppten Geiseln.

Der 8. Mai bleibt ein besonderer Tag im Gedächtnis der Weltgemeinschaft. Der Tag der Befreiung muss endlich Feiertag werden, denn er markiert das Ende von Krieg und antisemitischer und rassistischer Verfolgung. Als nationaler Feiertag wäre der 8. Mai ein erneuertes Versprechen, die Erinnerung an die Schrecken des Nationalsozialismus wach zu halten. Der 8. Mai ist ein Bekenntnis zu Demokratie, Frieden und universellen Menschenrechten.

Der aktuelle Aufstieg rechtsextremer Ideologien und die Zunahme von Hassreden und Gewalttaten sind eine bedrohliche Erinnerung daran, dass die Ideen, die einst zum Aufstieg des Faschismus führten, nicht vollständig ausgelöscht wurden. Das alles ist ernst und alarmierend. In einer Zeit, in der die Erinnerung an die Grausamkeiten des Nationalsozialismus zunehmend verblasst, arbeitet die erstarkte Rechte an einer erinnerungspolitischen Wende. Wir dürfen nicht zulassen, dass die Saat des Hasses und der Intoleranz erneut Wurzeln schlägt und unsere Gesellschaft spaltet.

Darüber sind wir uns einig: Wir verpflichten uns, den Geist des 8. Mai lebendig zu halten, indem wir uns gegen Faschismus, Antisemitismus und Rassismus wenden, wo auch immer sie auftreten.“

 

Magdeburg, 8. Mai 2024