Frauenhäuser stärken – Gewalt gegen Frauen stoppen

Zur Anfrage an die Landesregierung bzgl. der Kapazitäten und Belegungen in den Frauenhäusern sagt Eva von Angern, Vorsitzende und frauenpolitische Sprecherin der Fraktion Die Linke:

„Während die Zahl der Vergewaltigungen, sexueller Nötigungen und sexueller Übergriffe gegen Frauen Jahr für Jahr stark ansteigt, sind die Plätze in den Frauenhäusern rückläufig. Aktuell stehen landesweit 113 Plätze für Frauen zur Verfügung, das sind 12 Plätze weniger als noch 2014. Die für Kinder verfügbaren Plätze wurden im gleichen Zeitraum von 167 auf 138 Plätze reduziert. Das ist ein großes Problem, denn Frauen, die von häuslicher Gewalt betroffen sind, brauchen schnell und wohnortnahe Hilfe und Orte der Zuflucht. Dass die Kapazitäten der Frauenhäuser trotz der steigenden Gewalt an Frauen seit Jahren nicht erweitert werden, ist ein Armutszeugnis für die Landesregierung.

Es ist unbegreiflich, warum Frauen nicht mehr Schutz geboten wird. Von Gewalt betroffene Frauen werden mit ihren Problemen damit viel zu oft alleine gelassen. Das betrifft die Frauen, aber auch ihre Kinder, die immer öfter ebenso Zuflucht im Frauenhaus suchen.

Die Polizeiliche Kriminalstatistik für 2024 in Sachsen-Anhalt hat offenbart, dass Gewalttaten gegen Frauen im seit 2019 um 32 Prozent angestiegen sind, wobei die Dunkelziffer weit höher ausfällt. Gewalt gegen Frauen hat in diesem patriarchalen System viel zu wenig Konsequenzen und die Hilfestrukturen müssen dringend ausgebaut werden! Immer mehr Menschen sind schockiert, traurig und wütend, denn die Gewalttaten gegen Frauen durch ihre Partner oder Ex-Partner nehmen immer weiter zu. Wir brauchen eine Politik, die Frauen besser vor Gewalt schützt. Dazu gehören eine gute Finanzierung der Frauenschutzhäuser und Beratungsangebote sowie kostenfreie Frauenschutzplätze ohne Übernachtungsgebühr. Die Frauenhäuser müssen durch den Staat ausfinanziert werden, ohne zwingend auf Spenden angewiesen zu sein.“

 

Zur entsprechenden Anfrage an die Landesregierung.

 

Magdeburg, 7. Juli 2025