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Kinderarmut

Foto: linksfraktion.de
Eva von Angern beim Netzwerk gegen Kinderarmut der Linksfraktion im Bundestag

Kinderarmut hat viele Gesichter. In der »Dritten Welt« überwiegt das Gesicht hungernder oder auf der Straße lebender Kinder. In Deutschland zeigt sich Kinderarmut vor allem in schlechter Ernährung, mangelnder Bildung, unzureichender ärztlicher Versorgung und eingeschränkten sozialen Beziehungen. Kinderarmut in einem der reichsten Länder hat viele Seiten und Ursachen. Hauptursache für Kinderarmut ist jedoch die Einkommensarmut der Eltern. Durch Erwerbslosigkeit, die Ausweitung des Niedriglohnsektors und Hartz IV steigt die Armut. Heute leben rund sieben Millionen Menschen von Leistungen auf dem Niveau der Sozialhilfe. Jedes fünfte Kind lebt in Armut. Das sind zwei Millionen Kinder. In manchen Städten Ostdeutschlands oder des Ruhrgebietes lebt jedes zweite Kind in Armut. Kinder von Eltern mit Migrationshintergrund oder Kinder von Alleinerziehenden sind besonders von Armut betroffen.

Arme Kinder sind vom Leben in der Gesellschaft in vielen Bereichen ausgeschlossen: Kinobesuche, gute Schuhe, gesunde Ernährung, ein Musikinstrument, der Schwimmbadbesuch und vieles mehr auf das sie alltäglich verzichten müssen. Sie haben schlechtere Chancen auf Bildung und gesellschaftliche Teilhabe. Die Chancen, dass sie mit dem Schulabschluss eine Hochschule besuchen werden sind um ein vielfaches geringer. Arme Kinder werden oftmals die armen Jugendlichen von Morgen und armen Eltern von Übermorgen. Dieser Kreislauf muss dringend durchbrochen werden.

Um Kinderarmut zu vermeiden, müssen existenzsichernde Arbeitsplätze für die Eltern geschaffen werden. Der Hartz IV-Regelsatz muss sofort auf 500 Euro erhöht werden. Die Regelsätze für Kinder müssen deutlich angehoben werden. Der Bedarf für Kinder muss eigens ermittelt werden, um Kinderarmut wirkungsvoll zu bekämpfen. Kinder dürfen nicht länger als »kleine Erwachsene« betrachtet werden. Ihr Bedarf muss eigenständig ermittelt werden. Das hat das Bundesverfassungsgericht ebenso deutlich gemacht wie, dass notwendige Aufwendungen zur Erfüllung schulischer Pflichten zum Existenzminimmum von Kindern gehören. Die Regierung mit dem Bildungs- und Teilhabepaket jedoch ein bürokratisches Monster geschaffen, dessen Leistungen bei vielen Kindern nicht ankommen.

Die Antwort auf die Kinderarmut muss ein Ausbau des Sozialstaats sein. Die Entscheidungen der Regierung zum Kinderzuschlag, Kindergeld und zu den Kinder-Regelleistungen nach Hartz IV sind zur Verhinderung von Kinderarmut völlig unzureichend und dringend reformbedürftig. Gerade Alleinerziehende kommen mit den aktuellen Sätzen nicht aus. Der Unterhaltsvorschuss muss deutlich verbessert werden. Die maximale Bezugsdauer von sechs Jahren muss gestrichen und das Höchstalter des Kindes zum Bezug auf 18 Jahre angehoben werden.
Kinderarmut ist eine der sozialen Herausforderungen des Jahrzehnts. DIE LINKE streitet

  • für eine starke öffentliche Infrastruktur, die allen Kindern Förderung und Teilhabe ermöglicht.
  • für eine gebührenfreie Bildung, die soziale Unterschiede ausgleicht und gleiche Chancen eröffnet.
  • für eine familienfreundliche Arbeitswelt und gute Arbeitsbedingungen, die allen Eltern gesellschaftliche Teilhabe und finanzielle Sicherheit gibt, von der ihre Kinder profitieren
  • für einen Ausbau des Sozialstaates, der die von Armut betroffenen nachhaltig unterstützt, ihnen neue Perspektiven aufzeigt und dem Namen Sozialstaat gerecht wird.
  • für eine Kindergrundsicherung, die sich am tatsächlichen verfassungsrechtlichen Existenzminimum orientiert, das derzeit bei 536 Euro liegt.

Quelle: www.linksfraktion.de

Aktuelle Beiträge zu Kinderarmut

Sitzung des Rechtsausschusses wirft fragwürdiges Licht auf Selbstverständnis des Parlaments

In der heutigen Sitzung des Rechtsausschusses beantragte die Fraktion DIE LINKE eine weitere Aufklärung zu den Vorwürfen gegen Staatsekretär Böning wegen Eingriffs in die richterliche Unabhängigkeit. Diese wurden inzwischen auch vom Richterbund Sachsen-Anhalt bekräftigt. Das war leider nicht das einzige Trauerspiel im Ausschuss. Dazu erklärt die rechtspolitische Sprecherin Eva von Angern: Weiterlesen


Eva im persönlichen Gespräch über das Netzwerk gegen Kinderarmut

Viele Menschen fragen sich zurecht: Wieso gibt es überhaupt Kinderarmut in Deutschland - einem Land, dass doch so reich ist? Und wie möchte ein Netzwerk ein Problem lösen, dass anscheinend selbst die regierenden Parteien nicht lösen können? Weiterlesen


3. Tagung des Netzwerks gegen Kinderarmut Sachsen-Anhalt (Kopie 1)

Anlässlich der 3. Tagung des Netzwerkes gegen Kinderarmut Sachsen-Anhalt mit Prof. Dr. Klundt von der Fachhochschule Magdeburg-Stendal und dem Präsidenten des DKSB, Heinz Hilgers, veröffentlichten wir diesen Film, der gern geteilt werden kann. Kinderarmut in unserem reichen Land ist ein ARMUTSZEUGNIS. Umso mehr freut mich, dass viele verschiedene Akteur*innen gestern der Einladung gefolgt sind. (externer Link zum Video: https://www.youtube.com/watch?v=N4p4wGR1c9k ) Weiterlesen


Antrag "Kinderarmut - ein Armutszeugnis für unser Land"

Heute wurde unser Antrag "Kinderarmut - ein Armutszeugnis für unser Land" im Landtag von Sachsen-Anhalt beraten. Darin forderten wir u.a , dass sich die Landesregierung auf Bundesebene für eine Kindergrundsicherung und die Erhöhung des Kindergeldes stark macht. Auf Landesebene wollen wir, dass mit Hilfe eines "Armutschecks" sämtliche Initiativen und Gesetze auf ihre Wirkung zur Bekämpfung von Kinderarmut eingeführt wird. Wir erhielten Zustimmung von der Koalition zu unserer Initiative. Sie überwiesen unseren Antrag in den Sozialausschuss. Weiterlesen


Öffentliche Fraktionssitzung in Stendal

Am 13. Juni war die Fraktion DIE LINKE in Stendal zum Thema "Kinderarmut" vor Ort. Wir besuchten die Fachhochschule Magdeburg-Stendal und berieten mit Vertreter*innen des Lehrstuhls "Kindheitswissenschaften" die Umsetzung der Kinderrechte und die Anforderungen an ein modernes Kinderförderungsgesetz. Am Nachmittag besuchten wir die Vereine "Arche" und "Kinder stärken". Wir trafen viele engagierte Menschen, die den Folgen von Kinderarmut den Kampf angesagt haben und Kindern eine sorglose Kindheit gewährleisten wollen. Weiterlesen


Netzwerk gegen Kinderarmut

Am 11.05.2017 war es soweit! Die Studie "Kinderarmut und Reichtum in Deutschland" von Prof. Dr. Michael Klundt wurde beim Treffen des Netzwerks gegen Kinderarmut in Berlin vorgestellt. Weiterlesen


Kinderarmut ist ein Armutszeugnis – Netzwerk gegen Kinderarmut Sachsen-Anhalt ist gegründet.

In Sachsen-Anhalt ist fast jedes dritte Kind von Armut gefährdet. Im vergangenen Jahr lebten 72 495 Kinder unter 18 Jahren von staatlicher Grundsicherung. Die Armutsfolgen für Kinder sind extrem: Sie sind überdurchschnittlich oft von gesundheitlichen Risiken betroffen, leiden unter mangelnder sozialer Teilhabe, haben häufig einen schlechteren Zugang zu Bildung, der Übergang in das Erwerbsleben gestaltet sich oft schwierig. Für die wirksame Bekämpfung der Kinderarmut und der Armutsfolgen sind ein breiter gesellschaftlicher Diskurs und Konsens notwendig. Weiterlesen


Frauenquote in Aufsichtsräten der Landesgesellschaften ist nicht verhandelbar

Zu den Plänen des Justizministeriums, die im Koalitionsvertrag vereinbarte Frauenquote in Höhe von 50 Prozent bis Ende 2017 auf 30 Prozent zu senken, erklärt unsere gleichstellungspolitische Sprecherin, Eva von Angern: In weniger als zwei Wochen begehen wir den Internationalen Frauentag. Anstatt so kurz vor diesem wertvollen Datum ein Zeichen für Gleichberechtigung und Chancengerechtigkeit zwischen Männern und Frauen zu setzen, müssen wir mit Bedauern feststellen, dass aus der Regierungskoalition Gegenteiliges zu vernehmen ist. Weiterlesen


Kinder- und Jugendarmut effektiv bekämpfen

Bundesweit gilt jedes fünfte Kind als armutsgefährdet. In Sachsen-Anhalt ist Kinderarmut vor allem in Magdeburg und Halle besonders stark ausgeprägt: In Halle lebt jedes dritte Kind in einer Familie, auf Hartz-IV angewiesen ist, in Magdeburg liegt der Anteil bei knapp 29 Prozent. Landesweit sind 24 Prozent der Kinder und Jugendlichen von Armut betroffen – weit über dem Bundesdurchschnitt von rund 15 Prozent. Vor dem Hintergrund dieses gravierenden Problems traf sich heute das Netzwerk gegen Kinderarmut im Magdeburger Landtag. Weiterlesen


Bundesinnenminister de Maizière übt sich in blindem Aktionismus

»In einer Situation großer Terrorangst die Zentralisierung der Geheimdienste und Bundesabschiebezentren als Lösungsansätze zu präsentieren, hat nicht nur ›Geschmäckle‹ sondern ist geschmacklos.« (via Facebook) Weiterlesen


Ein Kicker fürs Familienhaus

Große Freude herrschte heute in der Familienhaus-Tagesgruppe: Die Stadtverbandsvorsitzende der LINKEN, Iris Gottschalk und Fraktionsmitglied im Stadtrats, Dennis Jannack, und die Landtagsabgeordnete Eva von Angern (DIE LINKE) überreichten eine Spende von jeweils 100 Euro. Die 200 Euro Gesamtspende wollen die Kinder gerne in einen neuen Kicker investieren. Der alte ist defekt und hat keine Füße mehr. Die Spende des Stadtverbandes war im Rahmen der Weihnachtsfeier unter den Mitgliedern gesammelt worden. Weiterlesen


LINKE startet Netzwerk gegen Kinderarmut: Kinderarmut ist das größte Zukunftsrisiko für Deutschland

Dietmar Bartsch, Jaqueline Bernhardt, Solveig Schuster, Eva von Angern, Norbert Müller, Heinz Hilger und Ulrich Schneider präsentierten am 1. Dezember 2016 das Netzwerk gegen Kinderarmut. »Ein ganz besonderer Moment am heutigen Tag«, sagt Eva von Angern. Weiterlesen


Umsetzung des Landtagsbeschlusses zu Kinderbetreuung in Frauenschutzhäusern

Zum internationalen Tag gegen Gewalt an Frauen erklärt die gleichstellungspolitische Sprecherin der Fraktion, Eva von Angern: Psychische, physische und soziale Entwurzelung durch Gewalterfahrungen ist die traurige Lebenswirklichkeit für unzählige Frauen und Mädchen – in Deutschland und überall auf der Welt. Entgegen der immer noch weit verbreiteten Meinung ist Gewalt an Frauen und Mädchen kein alleiniges Problem »weniger zivilisierter« Gesellschaften oder »weniger privilegierter« Bevölkerungsschichten – ganz im Gegenteil. Das zeigen die Erfahrungen der Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in Frauenschutzhäusern, Interventions- und Beratungsstellen. Weiterlesen