Kinderarmut wird sich weiter verschärfen – aktuelle Studie zur Kindergrundsicherung

Presse

Eine aktuelle Studie der Bertelsmannstiftung zur Kindergrundsicherung kommentiert Eva von Angern, Fraktionsvorsitzende:

„87.000 Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren und jeder dritte Student in Sachsen-Anhalt sind armutsgefährdet. Was die Bundesregierung als „Kindergrundsicherung“ abliefert, ist nur ein Trostpflaster der Familienministerin. Mit dem Minimalbudget, das Christian Lindner ihr genehmigt, schafft die Bundesregierung den notwendigen Neustart in der Familienförderung nicht. Eine echte Kindergrundsicherung müsste eine fundamentale Weichenstellung sein, um Kinderarmut tatsächlich zu überwinden. Die Bertelsmannstudie hat klargemacht, dass es bei dem aktuellen Gesetzentwurf auf Bundesebene noch einiges zu tun gibt. Es braucht höhere monatliche Beiträge, spezifische Regeln für Alleinerziehende sowie die Einbeziehung von Kindern im Asylbewerberleistungsbezug.

Sachsen-Anhalt kommt seit Jahren beim Thema Kinderarmut ganz schlecht weg. Die Verarmung droht angesichts der Inflation und den Preissteigerungen sich weiter zu verschärfen. Das hat etwas mit dem Niedriglohn-Land Sachsen-Anhalt zu tun. Armut ist kein Naturgesetz, sondern entsteht, weil Eltern in Armut leben und weil Eltern sich trennen. Wir haben nicht ohne Grund einen weitaus größeren Anspruchskreis beim Bürger- und Wohngeld.

Als Fraktion Die Linke fordern wir hier endlich ein Handeln der Landesregierung. Wenn wir davon ausgehen, dass wir jedes Kind brauchen – für unsere Gesellschaft, für die Wirtschaft – dann müssen wir schauen, was hier auf Landesebene getan werden kann, um allen Kindern und Jugendlichen ein gerechtes Aufwachsen zu ermöglichen. Da ist die Kindergrundsicherung ein Schlüssel zum Weg. Die Bertelsmannstudie hat klargemacht, dass auch es bei dem aktuellen Gesetzentwurf auf Bundesebene noch einiges zu tun gibt.“

 

Zur Studie: https://www.bertelsmann-stiftung.de/de/unsere-projekte/familie-und-bildung-politik-vom-kind-aus-denken/projektnachrichten/policybrief-kindergrundsicherung

 

Magdeburg, 26. Januar 2024