Bei Gewalt gegen Mädchen und Frauen darf nicht weggeschaut werden

Anlässlich des Internationalen Tages gegen Gewalt an Frauen am morgigen 25. November betont Eva von Angern, Vorsitzende und gleichstellungspolitische Sprecherin der Fraktion Die Linke:

„Noch immer gibt es keine vollständige Umsetzung der Istanbul-Konvention, zu der sich Deutschland verpflichtet hat und damit einen umfassenden Gewaltschutz für Mädchen und Frauen garantieren muss. Wenn heutzutage Frauen zu Protesten aufrufen, wenn Töchterproteste den Bundeskanzler an seine Verantwortung erinnern und Initiativen wie Women for Change sogar zu einem Shutdown aufrufen, zeigt das vor allem eines: Die Geduld ist am Ende. Frauen sehen jeden Tag, dass der Staat sie nicht ausreichend schützt, dabei ist Sicherheit vor Gewalt eine staatliche Pflicht.

Der 25. November darf kein Ritual werden, bei dem die Landesregierung freundlich nickt und danach weiter bei Schutz und Hilfe kürzt. Es ist unbegreiflich, warum Frauen nicht mehr Schutz geboten wird. Von Gewalt betroffene Frauen werden mit ihren Problemen viel zu oft alleine gelassen. Das betrifft die Frauen, aber auch ihre Kinder, die immer öfter ebenso Zuflucht im Frauenhaus suchen.

Die Polizeiliche Kriminalstatistik für 2024 in Sachsen-Anhalt hat offenbart, dass Gewalttaten gegen Frauen im seit 2019 um 32 Prozent angestiegen sind, wobei die Dunkelziffer weit höher ausfällt. Gewalt gegen Frauen hat in diesem patriarchalen System viel zu wenig Konsequenzen und die Hilfestrukturen müssen dringend ausgebaut werden! Immer mehr Menschen sind schockiert, traurig und wütend, denn die Gewalttaten gegen Frauen durch ihre Partner oder Ex-Partner nehmen immer weiter zu. Wir brauchen eine Politik, die Frauen besser vor Gewalt schützt. Dazu gehören eine gute Finanzierung der Frauenschutzhäuser und Beratungsangebote sowie kostenfreie Frauenschutzplätze ohne Übernachtungsgebühr. Die Frauenhäuser müssen durch den Staat ausfinanziert werden, ohne zwingend auf Spenden angewiesen zu sein.“

 

Magdeburg, 24. November 2025