Fahren ohne Ticket muss entkriminalisiert werden

Die Bundesjustizministerin will, dass das Fahren ohne Ticket nicht mehr als Straftat behandelt wird. Dazu sagt Eva von Angern, Fraktionsvorsitzende:

„Die Linke im Landtag unterstützt das Vorhaben der Bundesjustizministerin Hubig zur Entkriminalisierung des Fahrens ohne Ticket. Fahren ohne Ticket mit Haftstrafen zu verurteilen, ist mehr als antiquiert. Die derzeitige Bestrafung ist rechtspolitisch nicht länger vertretbar, da der Unrechtsgehalt mit dem Parken ohne Parkschein vergleichbar ist. Statt einer Straftat sollte das Fahren ohne Fahrschein daher zu einer Ordnungswidrigkeit herabgestuft werden.

Haftstrafen für das Fahren ohne Ticket treffen vor allen Dingen Menschen in schwierigen Lebenslagen – etwa arme, obdachlose oder suchtkranke Personen –, die sich Fahrkarten schlicht nicht leisten könnten. Durch die Praxis der Ersatzfreiheitsstrafen kommen Betroffene immer wieder ins Gefängnis, obwohl weder Personen noch Sachen zu Schaden kommen und der finanzielle Schaden gering ist. Die Linke hält diese strafrechtliche Sanktion für unverhältnismäßig und sieht darin einen Widerspruch zur Funktion des Strafrechts als „letztes Mittel“.

Hinzu kommt, dass Inhaftierungen erhebliche Kosten für die öffentliche Hand verursachen. Ein Hafttag kostet den Staat pro Person etwa 150 Euro. Durch die Entkriminalisierung werden Polizei und Justiz deutlich entlastet.“

 

Magdeburg, 8. April 2026